
Kunstvermögensmanagement|Perspektive eines langfristigen Sammlers
Untersuchung, wie Galerien Ausstellung, Verkauf und Erhaltung ausbalancieren, um sowohl den künstlerischen Wert als auch die langfristige Integrität des Vermögens zu erhalten.
Sammler stehen vor der Herausforderung, gleichzeitig die Erhaltung, Ausstellung, Lagerung und Übertragung eines Kunstwerks zu verwalten. Das Management von Kunstvermögen beginnt mit dem Akt des Sammelns: Durch sorgfältige Verwaltung und Erhaltung gewinnen Kunstwerke die Fähigkeit, verstanden, genutzt und über die Zeit hinweg erhalten zu werden.
Sammlung und Management
Der Ausgangspunkt des Sammelns ist oft persönliche Vorliebe oder Affinität, aber mit dem Wachstum einer Sammlung wird sie zu einem verwalteten Ensemble. Das Management geht über den Raum hinaus; es umfasst den Zustand des Kunstwerks, die Präsentationsweise, die Nutzungsfrequenz und die zukünftige Verfügung.
Sammler fungieren somit als Manager, die entscheiden, wie Kunstwerke in ihr Leben eintreten, wie sie ausgestellt, wie sie gepflegt werden und wie sie weitergegeben werden.
Versammlungen und Ordnung
Da Kunstwerke eine Sammlung bilden, stellen Sammler natürlich Ordnung her. Einige Werke werden langfristig ausgestellt, andere sorgfältig gelagert, einige wechseln zwischen Ausstellung und Lagerung, und einige sind für den nächsten Sammler oder die nächste Generation reserviert.
Diese Anordnungen definieren den Lebensweg eines Kunstwerks innerhalb der Sammlung und spiegeln den Managementansatz des Sammlers wider.
Erhaltung als Methode
Für Sammler ist die Erhaltung nicht nur eine technische Aufgabe, sondern eine Methode, um die Nutzbarkeit von Kunstwerken zu verlängern. Wichtige Praktiken sind:
• Feuchtigkeitskontrolle
• Schutz vor starkem Licht
• Geplante Ausstellungsreihenfolge
• Planung des Lagerraums
• Minimierung des physischen Kontakts
Diese Maßnahmen helfen, Kunstwerke intakt zu halten, Verluste im Laufe der Zeit zu minimieren und ihr zukünftiges Potenzial zu bewahren.
Die Zukunft des Kunstwerks
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Objekten verkörpern Kunstwerke emotionale, kulturelle und intellektuelle Dimensionen. Sammler berücksichtigen daher ihre Zukunft:
• Kann das Kunstwerk noch ausgestellt werden?
• Kann es an den nächsten Sammler weitergegeben werden?
• Kann es von der Familie oder zukünftigen Generationen verstanden werden?
• Kann es über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben?
Die erwartete Zukunft des Kunstwerks beeinflusst Entscheidungen über Transfer und Lieferung.
Vermächtnis als Entscheidung
Vermächtnis ist nicht nur ein formelles System für Sammler, sondern eine Frage der Wahl und des Urteils:
• Soll das Kunstwerk in der Familie bleiben?
• In den Sammlermarkt eintreten?
• An einen anderen Sammler weitergegeben werden?
• Oder einem Museum oder einer Stiftung anvertraut werden?
Die Entscheidungen des Sammlers bestimmen die zukünftige Entwicklung eines Kunstwerks und verwandeln das Sammeln von einer individuellen Wahl in einen kontinuierlichen, zukunftsorientierten Prozess.
Die Rolle des Sammlers
Sammler wechseln kontinuierlich zwischen den Rollen des Sammelns, Bewahrens und Weitergebens:
• Selektor – entscheidet, welche Kunstwerke in die Sammlung aufgenommen werden
• Bewahrer – sorgt dafür, dass Kunstwerke die Zeit überdauern
• Nachlassplaner – organisiert die zukünftige Platzierung von Kunstwerken
• Manager – überwacht die gesamte Entwicklung der Sammlung
Sammler dienen daher als erster Managementknoten im Kunstvermögensmanagement.